Zuvorderst dabei
Zuvorderst dabei

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4. Rang - Sportzentrum, Zürich Oerlikon (ZH)

Alexandre Fauchère, Jörg Habenberger

Als Ingenieurgemeinschaft mit SBP haben wir es im Team von Astrid Staufer zu den vordersten Rängen im Wettbewerb für das neue Sportzentrum Oerlikon geschafft. Wir gratulieren Roger Boltshauser zum Sieg mit seinem Projektvorschlag «Ammonit».

Beim Hauptbau handelt es sich um eine mehrgeschossige, dreischiffige Halle, welche mit den gestapelten Lasten der Hauptnutzungen des Hallenbads, der Eishallen und des Fussballfeldes auf dem Dach umzugehen weiss. Zwei Hauptdecken trennen die 3 öffentlichen Nutzungseinheiten und spannen über die stützenfreien Bereiche für die Schwimmbecken und Eisfelder und den dazugehörigen Umgängen und Tribünen. Im südlichen Bereich erlaubt das Tragwerkskonzept einen erhöhten Hallenbereich beim Sprungbecken sowie eine stützenfreie Gastrozone. An der Seitenlinie des Fussballfeldes bilden an den Längsfassaden abgespannte Kragträger die Struktur für mit Photovoltaik eingedeckte Überdachungen.

Vorgespannte Stahlbetonbinder im Abstand von 8 m bilden die Primärstruktur der Hallendecken zwischen den Nutzungseinheiten. Die Hallenträger wurden gezielt zu effizienten Dreifeldträgern mit ausgeglichene Stützen- und Feldmomenten entwickelt. Im südlichen Bereich spannen gedrungener Deckenträger zwischen geschosshohen Abfangscheiben über den stützenfreien Bereichen. Damit werden die über dem Untergeschoss bis zu viergeschossig angeordneten Umkleide-, Gastro-, Nebennutzungs- und Technikbereiche ermöglicht.

Zwischen den Stahlbetonbindern spannen in der Untersicht sichtbare Holzrippendecken. Diese bestehen aus vollflächigen Brettsperrholzplatten mit zwischen den Stahlbetonbindern eingesattelten Brettschichtholzrippen.

Dieses leichte und effiziente Deckensystem wird im Bereich der hohen Hallenträger durch eine gekrümmte Ausführung der Brettschichtholzrippen noch weiter optimiert. Gegenüber konventionellen Stahlbetondecken konnte somit eine Reduktion des Eigengewichts um 90% sowie eine Reduktion des ökologischen Fußabdrucks von nahezu 80% allein für das Deckensystem erzielt werden. Elementweises Vorfabrizieren und Verlegen ermöglichen zudem einen schnellen und modularen Einbau vor Ort.

Die Überdachung der Grünbereiche und Tribünen auf dem Dach des Gebäudes erfolgt durch ein regelmäßiges Kragträger-System im Gebäuderaster von 8m. Die auf V-förmigen Stützen aufgelagerten gevouteten Stahlträger bilden dabei auch die Struktur für die Unterkonstruktion der Photovoltaik-Eindeckung auf der Überdachung.

Vertikale Abspannungen an den Längsfassaden des Gebäudes stabilisieren das Kragdach. Die Abspannungen werden als Rohrprofile ausgebildet, sodass sie bei auftretendem Windsog auf dem Dach als Druckstab fungieren können. Gleichzeitig dienen die Abspannungen als Primärstruktur für die Fassadenbegrünung.

Die Stabilisierung gegen Wind- und Erdbebeneinwirkungen erfolgt über lange Wandscheiben, welche über alle Geschosse durchführen und im steifen Untergeschossen eingespannt sind.

Für die Baugrube und Fundation verdient der anstehende Baugrund eine besondere Aufmerksamkeit. Aufgrund des gespannten, unteren Grund-wasserträgers sind tief eingebunden Baugrubenverbauungen oder Pfahlfundation nicht ratsam. Erschwerend wirkt die vollflächig erforderliche Grundwasserabsenkung von mehreren Metern. Entsprechend schlagen wir als Aussenwände der Untergeschosse vorauseilend erstellte Schlitzwände vor, welche mit Schlitzwandrippen ausgesteift werden. Auf den Schlitzwand-elementen wird vorauseilend die Untergeschossdecke als aussteifender Kranz rund um die Baugrube erstellt. Die Fundation erfolgt flach mit grossflächigen Bodenplattenverstärkungen im Bereich der Hallenstützen.

Bauherrschaft
Stadt Zürich
Auftraggeber
Amt für Hochbauten der Stadt Zürich
Architekt
Staufer Hasler Architekten, Frauenfeld
Fachplaner

Klauser Landschaftsarchitekten, Rorschach

Subplaner
terraqua engineering
Planungspartner
schlaich bergermann partner sbp, Stuttgart
Bausumme
CHF 175 Mio.
Unsere Leistungen

Wettbewerbsunterstützung Tragkonstruktionen

Die Rolle
Wettbewerbe
Die Person
A. Fauchère, J. Habenberger

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